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Die Europäische BilderbuchsammlungDie Europäische Bilderbuchsammlung (European Picture Book Collection (EPBC)) wurde durch Gelder der Europäischen Kommission ermöglicht und von europäischen Kollegen erstellt, die im Bereich der Kinderliteratur und der Lehrerausbildung tätig sind. Die Idee dazu stammte von Dr. Penni Cotton von der Universität Roehampton (UK). 1996 wurde das erste EPBC-Symposium in Frankreich am Institut Universitaire Formation des Maîtres (IUFM) in Douai abgehalten. Deligierte der ursprünglich 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union stellten die Situation der Kinderliteratur in ihren eigenen Ländern dar und erarbeiteten die folgenden Kriterien zur Auswahl der EPBC-Bücher: Es sollte je ein Buch aus jedem Land vertreten sein und die Bücher sollten universale Kindheitsthemen ansprechen. Wenn möglich sollte dies jeweils innerhalb eines kulturspezifischen Rahmens situiert sein. Die Erzählung sollte aus der Perspektive eines Kindes geschrieben sein und sollte eher auf Kindheitserfahrungen basieren, welche die Länder gemein haben als auf solchen, die sie voneinander trennen. Jedes Buch sollte in seiner Originalsprache auf CD erhältlich sein, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, die sprachliche Vielfalt innerhalb der Europäischen Union wahrzunehmen. Eine kurze Begründung der Auswahl eines jeden Buches sollte beigefügt werden sowie eine Inhaltsangabe der Geschichte auf Englisch, bzw. Französich oder Deutsch. Drei praktische Vorschläge sollten gemacht werden, als Anregung für (angehende) Lehrer, die Bücher in der Schule einzusetzen. Über einen Zeitraum von einem Jahr wurden viele Bilderbücher begutachtet und diskutiert. Schließlich wurde unter Berücksichtigung der folgenden Kriterien die endgültige Entscheidung für jedes Land getroffen. Jedes Buch sollte: eine qualitativ gute visuelle Geschichte erzählen, ein Minimum an Text aufweisen, der darüber hinaus einige Wörter enthalten sollte, die auch in anderen Sprachen vorkommen, sowohl von Erwachsenen wie auch von Kindern für eines der besten aus diesem Land gehalten werden, im Grundschulunterricht weit verbreitet sein, ein universales Kindheitsthema bearbeiten, wenn möglich, die Kultur des Landes widerspiegeln. Die EPBC umfasst nun 20 Bücher: Jeweils EINS aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Spanien und Schweden. VIER aus dem Vereinigten Königreich (England, Schottland, Nordirland & Wales). ZWEI aus Belgien : eines auf Französisch und eines auf Niederländisch. Plus EINS aus der Schweiz (ein Land außerhalb der EU, das einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Bilderbuches geleistet hat). Pilotstudie in Großbritannien 1997 wurde die Bilderbuchsammlung an sechs britischen Schulen in den höheren Grundschulklassen (10 - 11-Jährige) eingesetzt. Die Lehrer wollten ihren Schülern auf diese Weise die europäischen Nachbarn näher bringen. Einige der Lehrer sprachen mehrere europäische Sprachen und hatten einige Zeit in verschiedenen europäischen Ländern verbracht. Andere wiederum waren daran interessiert, mehr über Europa zu lernen. Nach dieser Pilotstudie wurden folgende Punkte festgehalten: Alle Lehrer hatten das Gefühl, dass sie selber eine Menge über Europa sowie über Bilderbucher gelernt hatten. Sie waren erstaunt darüber, wie wenig ihre Schüler vor dem Projekt über Europa wussten. Sie waren aber ebenso erstaunt darüber, wie viel sie nach dem Projekt wussten. Die Kinder waren von den Büchern und den Sprachen fasziniert. Viele Eltern, die aus einem anderen europäischen Land kamen, wurden in das Projekt einbezogen. Besonders den Eltern mit wenigen Englischkenntnissen half diese Einbindung, um engeren Kontakt zur Schule herzustellen. Auch wenn die Bücher vorwiegend im Unterricht mit 10- und 11-Jährigen eingesetzt wurden, fanden auch Lehrer von jüngeren Kindern die Bücher hilfreich. Alle Lehrer waren der Ansicht, dass die Materialien das Curriculum für England und Wales unterstützten und die Basis für den Unterricht von einem Schuljahr bilden könnten. In European Children's Literature I, II & III (Cotton 1996, 1998, 2000) finden Sie Details über den Einsatz der EPBC in anderen EU-Ländern sowie Artikel über die Kinderliteratur aller am EPBC-Projekt beteiligten Länder.
Das Projekt bekam die Auszeichnung Innovative Reading Promotion in Europe (1997)(Innovative Leseförderung in Europa 1997) verliehen vom European Committee of the International Reading Association (Europäisches Komitee des Internationalen Leseverbands)
Fortsetzung 1998 trafen sich EU-Kollegen zu einem zweiten Symposium in Österreich . Es wurde am Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung Stadtschlaining, Burgenland abgehalten. Neben den ursprünglichen Beitragsländern waren nun auch Kinderliteratur-Experten aus Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, der Tschechischen Republik, Estland, Ungarn, Polen, Rumänien, der Slowakischen Republik und Slowenien vertreten. Es wurden einerseits die ersten EPBC-Probeläufe diskutiert, andererseits aber auch Möglichkeiten untersucht, wie visuelle Texte die Leseentwicklung von Kindern und ihr Wissen über literarische Formen fördern können. Darüber hinaus wurde der internationale Austausch von Erfahrungen als notwendig angesehen. Dr. Peter Schneck vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst war der Ansicht, dass Österreichs Stellung in der Europäischen Gemeinschaft dadurch verbessert werden würde, wenn man das EPBC-Symposium in seinem Land abhielt. Seine Buchauswahl Das Land der Ecken begründete er mit seiner Überzeugung, dass dieses Bilderbuch wirklich europäisch sei und ein Beispiel dafür gebe, dass eine Harmonie trotz der Unterschiede, die zwischen Ländern herrschen, möglich ist. 2000 wurde das dritte und letzte von der EU finanzierte EPBC-Symposium in Ungarn abgehalten. Gastgeber war der Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft an der Universität Budapest. Hier wurden die endgültigen Ergebnisse der Probeläufe präsentiert. Es war für alle, die schon beim ersten Treffen in Douai dabei gewesen waren, aufregend zu sehen, dass aus dem ursprünglichen Keim einer guten Idee nun Realität geworden war. Junge Lehrer aus verschiedenen EU-Ländern präsentierten einige ihrer innovativen Ideen, mit denen sie ihren Schülern geholfen hatten, mit der EPBC mehr über andere europäische Sprachen, Literaturen und Kulturen zu lernen. Diese Aktivitäten sind zusammen mit Artikeln über Bilderbücher aus Mitteleuropa in European Children's Literature III (Cotton, 2000) veröffentlicht worden. Wir hoffen, dass Sie Freude beim Lesen haben und vielleicht die ein oder andere Aktivität selber ausprobieren werden. Weitere Ideen finden Sie auf dieser Webseite unter dem Link Die Bücher der EPBC , im EPBC-Video (siehe Bestellmöglichkeiten) sowie in Picture Books sans Frontières . Ein europäischer Lehrerfortbildungskurs 2001gab es im Rahmen des Comenius Programms einen weiteren Zuschuss der EU, um einen Online-Fortbildungskurs (European School Education Training Course = ESET) zu entwickeln, der seit 2004 jedem kostenlos zur Verfügung steht. Dieser Kurs basiert auf den Materialien der Europäischen Bilderbuchsammlung und will Lehrern/Lehrer-Fortbildern Strukturen an die Hand geben, mit denen sie Kindern helfen können, mehr über ihre europäischen Nachbarn zu lernen, indem sie die erzählenden Bilder sorgfältig ausgesuchter Bilderbücher lesen. Der Kurs besteht aus drei Bereichen: Sprachliches Wissen: Bekanntmachen mit den EPBC-Materialien: Fokussierung auf sprachliche Ähnlichkeiten und Unterschiede. Literarästhetische Analyse: Tiefergehende Fokussierung auf Gemeinsamkeiten von erzählenden Bildern sowie Identifikation kulturspezifischer Aspekte. Kulturelles Bewusstsein: Zusammenführung der Ergebnisse der sprachlichen und ästhetischen Ebene durch Betrachtung der die Bücher durchziehenden universalen Kindheitsthematik. Erreicht wird dies durch Aktivitäten, die den Kindern (durch E-mail, Chats und das Internet) ermöglichen, gemeinsam die verschiedenen Aspekte der jeweiligen Kulturen zu entdecken. Dieser Lehrgang soll Kindern, Lehrern und Fortbildern die Möglichkeit geben, über Ähnlichkeiten zwischen den europäischen Kulturen zu sprechen sowie ihre Unterschiede zu würdigen. Gleichzeitig können sie ihre sprachlichen, literarästhetischen und kulturellen Verstehensprozesse ebenso erweitern wie ihr Verständnis dessen, was es bedeutet, Europäer zu sein.
Der ESET-Lehrgang steht zunächst auf Englisch, Französisch und Deutsch zur Verfügung. Sollten Sie an dem ESET-Lehrgang interessiert sein, so finden sie diesen unter: www.ncrcl.ac.uk/eset/ .
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