Click to Choose Language

European
Picture 
Book
Collection

EPBC-Homepage
Hintergrund des Projekts
Lehrerhandbuch
Die Bücher der EPBC
Bestellmöglichkeiten
Chatline
EPBC-Kontakte
Links zu anderen Webseiten
National Centre for Research in Children's Literature
Fortbildungskurs für die Schulpraxis (ESET):
verlag.JPG (9231 bytes)
BegründungInhalt - Aktivitäten - Reflexion


Land: Schottland
Sprache: Englisch
Titel: Katie Morag and the New Pier
Author: Hedderwick M.
Publisher: Red Fox (1993)
ISBN: 0-09-921161-0
Ausgesucht von: Alan Hill
9 Lennox Rox, Trinity, Edinburgh, EH5 3JP. (Vormaïs: Moray House Institute of Education, Edinburgh, Schottland).

Begründung der Auswahl:
Mairi Hedderwick zählt zu den wenigen schottischen Bilderbuchautoren von literarischem Rang, deren Bücher einen erkennbar schottischen Hintergrund haben. Die Gefühle und Themen des Buches sind zwar universal, die Geschichte entspringt jedoch eindeutig lokalen Begebenheiten und Situationen. Die Illustrationen zeigen detaillierte Ausschnitte aus dem alltäglichen Leben und verleihen der Geschichte zusätzliche perspektivische Tiefe. Sie faszinieren Kinder und fesseln ihre Aufmerksamkeit; sie sind das Herz der Geschichte.
Das Buch wurde einerseits wegen dieser Qualitäten ausgewählt, andererseits aber auch, weil sein Thema – Veränderung – eine gute Möglichkeit für Lehrer bietet, auf diesen bedeutenden Aspekt des Lebens einzugehen. Es ist auch deshalb besonders interessant, weil hier, im Gegensatz zu den anderen Titeln der Serie, Katie Morag nicht diejenige ist, die für ihre Probleme Hilfe sucht. Diesmal ist sie diejenige, die mit ihrer Sympathie und Anteilnahme Grannie Island (die 'Inseloma') und den Fährmann in deren sorgenvoller Zeit unterstützt; eine interessante und beachtenswerte Entwicklung der traditionellen Kinderrolle. Katie Morag beginnt, einen Platz in der Gemeinschaft einzunehmen, und es ist nun für jemand anderen – sogar einen Erwachsenen – möglich, zum Sorgenträger zu werden.

Inhalt:
Ein neuer Pier wird auf der Insel Struay (eine fiktive Insel irgendwo in den Hebriden) gebaut. Das Schiff, das einmal in der Woche vom Festland kam, hat seine Passagiere und seine Fracht stets in die Fähre verladen, welche sie dann zum Landesteg brachte. Der neue Pier wird all dies verändern. Das Schiff wird dann dreimal in der Woche und direkt bis an den Pier kommen und Touristen und viel mehr Waren bringen. Nichts wird mehr wie früher sein, was Katie Morags Großmutter sowie den Fährmann sehr bedrückt. Aber Veränderung kann sowohl Gewinn als auch Verlust bringen, und langsam fangen sie an, den neuen Pier in einem positiveren Licht zu sehen. Denn schließlich können sie nun all den neuen Besuchern auf Fahrten mit der Fähre die Schönheiten von Struay zeigen…und ihnen erzählen, wie das Leben hier in alten Zeiten war!

Aktivitäten für den Einsatz in der Schule:
1.   ENTDECKEN
(Sollte nur ein Buchexemplar vorhanden sein, kann diese Aktivität in Zusammenarbeit mit dem Lehrer von zwei oder drei Kindern zugleich ausgeführt werden. Gibt es genügend Bücher, wird die Aktivität am besten in Kleingruppen von 5-10 Kindern durchgeführt.)
(a) Als erstes können die Kinder die Insel erkunden. Die ersten und letzten Seiten gehören zu den herausragenden Merkmalen der Katie-Morag-Bücher – jedes Buch der Serie beginnt mit einem doppelseitigen Panorama der Insel Struay, das die Häuser der vorkommenden Figuren sowie alle Merkmale darstellt, auf die in der Geschichte angespielt wird. Die wichtigen Dinge sind beschriftet, aber darüber hinaus zeigt das Panorama noch viele weitere Details aus dem alltäglichen Leben der Inselbewohner. Die Kinder können diese benennen und über alles, was sie nicht wiedererkennen, diskutieren.
(b) Die Kinder können sich mit den Illustrationen befassen. Die lebhafte Darstellung des Alltags durch die detailreichen Bilder ist ebenfalls eines der Merkmale der Katie-Morag-Bücher. Auch wenn man ein Bild schon mehrmals „gelesen“ hat, entdeckt man immer wieder etwas Neues darin. Jede Doppelseite und jede einzelne Seite bieten Anlässe für Gespräche und häufig auch für Diskussionen. Auf der elementarsten Ebene steht das Wiedererkennen und das Identifizieren von Objekten, Situationen, Etiketten auf Dosen und Kisten, Nahrungsmitteln usw… All dies gibt die Möglichkeit, Verbindungen zwischen dem Leben in den Bildern und dem eigenen Leben der Kinder herzustellen. „Was, glaubst du, ist das für ein Kuchen? Woher weißt du das? Gibt es bei euch schon mal Schokoladenkuchen? Was ist dein Lieblingskuchen?” Viele Informationen in den Bildern sind auch nur angedeutet. Sie verlangen nach Interpretationen und Schlussfolgerungen, Spekulationen und Hypothesen. Diese wiederum führen oft zu Diskussionen und verlangen von den Kindern unweigerlich, sich auf eigene Erfahrungen zu beziehen. Durch die entstehenden Verbindungen gewinnen die Bücher für Kinder an Leben.

2. MODELLIEREN
Um ihr eigenes Modell des Dorfes und der Bucht zu bauen, können die Kinder das Panorama der letzten Doppelseite als Anhaltspunkt und Plan benutzen sowie die Bilder, die die verschiedenen Plätze aus anderen Perspektiven darstellen. Das Modell kann von Streichholzhäusern bis hin zu Häusern aus Schuhkartons jede realisierbare Größe haben. Darüber hinaus können die Kinder bewegliche und standfeste Ausschneidefiguren der verschiedenen Personen der Geschichte anfertigen. Zwei potenziell wertvolle Lernprozesse sind hierbei beteiligt: Der erste liegt in den ausgedehnten und recht komplexen Sprachinteraktionen, die sehr wahrscheinlich die Planungen der Kinder begleiten, wenn diese praktische Details überlegen, zum Beispiel, wie sie die verschiedenen Teile des Modells herstellen wollen, wo sie stehen sollen usw. Die zweite Lerngelegenheit bietet der Prozess des Beschriftens. Die Figuren können beliebig oft umarrangiert werden, um nicht nur die Geschehnisse aus der Geschichte, sondern auch neue, von den Kindern erfundene Situationen darzustellen. Beschreibende und erklärende Beschriftungen können für die einzelnen Figuren angefertigt werden, zum Beispiel „Grannie Island ist traurig“, „Katie Morag hat ein blaues Seil gefunden“. Wenn die Kinder sich mehr zutrauen, benutzen sie erzählende Beschriftungen, wie zum Beispiel „Grannie Island und der Fährmann retten die Hütte“. (HINWEIS: Blaues oder grünes Seidenpapier eignet sich gut für das Meer. Es kann flach (sehr ruhiges Wasser) oder leicht zerknittert (normale Wellen) oder stark zerknittert (Sturm) hingelegt werden.)
Ist das Grundmodell einmal fertig, können verschiedene Gruppen von Kindern das Modell benutzen, um eine Begebenheit ihrer Wahl – entweder aus der Geschichte oder eine selbst erfundene –   daran darzustellen. Die Beschriftungen liegen dann auch (vielleicht mit ein wenig Hilfe des Lehrers) in der Verantwortung der Kinder.
Diese Aktivität bietet Anlässe für den Gebrauch zweckgerichteter Sprachinteraktion sowie für Schreiben und Lesen (besonders für die Anleitung zum Verfassen von Beschriftungen/Überschriften).

3. MÜNDLICHES NACHFORSCHEN
(Gespräche mit älteren Verwandten und Nachbarn)
Das Thema von Katie Morag and the New Pier ist 'Veränderung'. Katie Morag findet den neuen Pier aufregend; das Schiff vom Festland kann jetzt in die Bucht direkt bis an das Dorf heranfahren. Die Dorfbewohner sind aufgeregt, weil das Schiff nun dreimal in der Woche kommt und viele Besucher mitbringt. Aber für Grannie Island bedeutet er das Aus für die Fähre und das Ende der alten Zeiten.
Nachdem die Geschichte besprochen wurde – besonders die unterschiedlichen Weisen, in denen der neue Pier das Leben der Inselbewohner beeinflussen wird – werden die Kinder gebeten, ihre Eltern und Großeltern sowie ältere Nachbarn nach Veränderungen zu fragen, die sich seit ihrer Kindheit ereignet haben.
Zur Vorbereitung sollten die Kinder diskutieren, welche interessanten Dinge sie in den Interviews herausfinden möchten und welche Fragen sie stellen könnten. Wissen sie selbst von etwas, das sich verändert (oder verändert hat)? Hat dies Auswirkungen für sie selbst oder für jemanden, den sie kennen? Die Interviews können untereinander geübt werden.
Sobald sie ihre Verwandten befragt haben, können sie über die gewonnen Informationen berichten. Wahrscheinlich haben mehrere Kinder von den gleichen Veränderungen erfahren, aber die Einstellung ihrer Verwandten zu diesen Veränderungen muss keinesfalls dieselbe sein. Solche Berichte und mögliche Gegensätze und Vergleiche stellen sich meistens als äußerst interessant heraus. Darüber hinaus lernen die Kinder aus erster Hand Dinge über die jüngste Vergangenheit, und sie müssen eine den speziellen und klar definierten Zielen angepasste Sprache benutzen.

Reflexion: Diskutieren Sie die Themen, die in diesem Buch angesprochen werden neben denen, die Kan du vissla Johanna aufwirft.


NB: Weitere Aktivitäten im Bereich Literatur und Sprache finden Sie in Picture Books sans Frontières , beziehbar von tb@trentham-books.co.uk oder bei www.amazon.co.uk



Die NCRCL-Webseite wird betrieben von Roehampton University

ncrcl August 2004